www.ceednow.com

Quer durch den Wald mit Antoine Bizet

Wer nach dem erfolgreichen Wochenende beim Rocket Air Slopestyle gerne mehr von Antoine Bizet und seinem Kali Avatar 2012 sehen möchte, sollte sich mal dieses Video anschauen! Unglaublich was man mit einem Freeride Bike so alles anstellen kann:

Suzuku Nine Knights update

Andi Wittmann und Andi Brewi zwei der bekanntesten deutschen bzw. österreichischen Dirtjumper und Slopestyler sind fleißig am bauen um für das in der kommenden Woche stattfindende Suzuku Nine Knights einen perfekten Kurs vor einer noch besseren Kulisse bieten zu können.

Hier zwei Videos vom Bau:

Und das kommt dabei raus:

Dieses Monster wurde von Andi Brewi bereits beim dritten Versuch geflippt. Wir dürfen also auf die Action gespannt sein, die dirt oben in 2100m passieren wird.
Wer übrigens immer auf dem aktuellsten Stand sein will hier der Blog, der ständig mit Informationen gefüllt wird: http://nineknightsmtb.com/blog/

BEHIND THE LENS – Daniel Roos

Daniel Roos ist inzwischen jedem ein Begriff im Bike-Business. Viele seiner Bilder tauchen in den renomiertesten Magazinen immer wieder auf und beeindrucken stets aufs neue.
Wer da eigentlich dahinter steckt, war uns bislang garnicht so recht klar, drum fragten wir mal nach und erhielten prompt ein paar Antworten auf unsere Fragen. Was Daniel mit Germany’s next Topmodel und anderen Kuriositäten zu tun hat, lest ihr am besten selbst. Merci.

Ceed: Hi Daniel, stell dich doch kurz einmal vor.
D.R.: Hallo, meine Name ist Daniel Roos. Ich bin 35 Jahre alt und komme gebürtig aus einem kleinen Weindorf an der Mosel.

Ceed: Viele (oder vielleicht auch nur wir?) assozieieren deine Arbeit oft mit Amir. Hängt ihr viel zusammen ab?
D.R.: Ja – wir sehen uns die ganze Kontest-Saison, produzieren freie Arbeiten und treffen uns auch zwischen durch einfach so zum Radeln und Feiern.
Ich habe Amir kennen gelernt als er 15 war und ich gerade mit dem Fotografieren begonnen hatte.
Wir sind ne ganze Menge Rad in den letzten Jahren zusammen gefahren und haben auch ne Menge Material produziert.
Wir sind viel gereist und hatten eine Menge Spass.
Mit Amir zu arbeiten war von Anfang an ein Traum, da er sehr professionell und diszipliniert an alle Dinge rangeht die er tut.
So was findet man selten in seinem Alter.
Wir haben uns seitdem bei unserer Arbeit immer gegenseitig unterstützt um uns weiter nach vorne zu bringen.

Ceed: Wann hast du begonnen zu fotografieren und wie kams zum Radfahren, bzw fährst du selbst auch ?
D.R.: Begonnen habe ich eigentlich sehr früh mit Papas alter Canon E10 Spiegelreflex.
Ich skatete von 12 bis 17 relativ gut und habe damals auch ganz viel fotografiert.
Meine Schulpraktikums machte ich auch beim Fotografen. Nur wenn man als 15 jähriger von einer Karriere als Skateboard Fotograf träumt, der um die ganze Welt fliegt und nur an den tollsten Locations shootet, wird man ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt wenn man sein Praktikum bei Foto “Sunshine” auf dem Land macht.
“Loas dat” hat damals der Ausbilder auf Eifeler Dialekt gesagt “Do verdensde naisd” (Lass das – da verdienst du nichts)
Und als ich ihm sagte wovon ich träume hat er sich an den Bauch gefasst und HOHOHO gemacht.
Und damit war das erst mal auf Eis gelegt.
Mit 27 habe ich aber den Entschluss gefasst doch das zu tun von dem ich mein Leben lang geträumt habe. Mit einer Kamera bewaffnet um die Welt zu reisen und Sport zu fotografieren. Der Traum ist bis dahin gleich geblieben nur über die Jahre hat sich die Sportart verändert. Dann habe ich noch ein mal eine Lehre gemacht und mich direkt danach selbstständig.


Schöner Snowboard Shot – es muss nicht immer auf 2 Rädern sein…

Das Radfahren habe ich auch erst mit 27 begonnen als ich zur Berufsausbildung nach Wiesbaden gezogen bin und keine Garage mehr für meine Moto Cross Maschine hatte. Da bin ich dann aufs Rad umgestiegen.
Am Anfang war es mehr Freeriden und jetzt bin ich ein bisschen mehr aufs Dirten umgestiegen.

Ceed: Du warst glaube ich schon öfters jetzt in Übersee zum fotografieren. War das immer was ganz besonderes oder Business as usual? Bist du Vollzeit als Fotograf tätig?

D.R.: Also erst mal “Ja” – Ich mache das Hauptberuflich.
Natürlich ist das immer was besonderes.
Ich habe nicht vor ins “Gewöhnliche” abzufallen.
Das ist doch das Tolle an diesem Beruf. Mann kommt sehr viel rum und sieht sehr viel. Man lernt täglich fürs Leben und erweitert seinen Horizont ungemein. Und wenn es mal soweit kommen sollte, dass auch dieser Job nur noch ein Job ist, suche ich mir was Anderes was mich am Leben hält und mir Spiel, Spass, Spannung ( und Glück ) bringt und mich glücklich macht.

Ceed: Was war dein lustigstes/bizarstes Erlebnis was die Fotografie angeht?
D.R.: Germanys Next Topmodell
Ich war vor zwei Jahren als Assistent mit zur Germanys Next Topmodel Produktion in Los Angeles.
Es ist eine ganz andere Welt in der dort gearbeitet wird. Sie ist so surreal. Man shootet in der alten Ingrid Bergman Villa in Beverly Hills und plötzlich steht Slash von Guns´n Roses hinter einem im Wohnzimmer und schaut zu oder es klingelt und Dominic Purcell von Prison Break steht in Surfshorts und Flipflops vor der Tür und lutscht Eis.
Es war eine sehr coole, interessante Zeit aber nichts womit ich glücklich werden würde. Es ist zu viel Show für meinen Geschmack.

Ceed:Wenn man die ganzen Fahrer da drüben rumspringen sieht, merkt man da den Unterschied zu den deutschen Fahrern oder brauchen sich die Deutschen da nicht zu verstecken?
D.R.: Überhaupt nicht !!!!
Es gibt auch hier sehr sehr gute Fahrer wie man ja bei “Aktion Hereos” dem Film von Lucas Thielke sehen kann. Amir, Marius, Ludwig, Hendrick, Felix und Tobi, der die Doppelschleife gesprungen ist.
Es gibt auf der ganzen Welt gute Fahrer.
Aber Europa hat sich in den letzten Jahren echt in den Vordergrund gedrückt.
Siehe Sam Pilgrim, Amir Kabbani, Martin Söderström, Yannick Granieri oder die jungen Tschechen und Polen die auf den Kontests zeigen wie rotiert und geschraubt wird.

Ceed: Woraus besteht ein gutes Bild deiner Meinung nach? Muss es zwangsweise mit einer guten Kamera geschossen sein oder kann man aus einem einfachen Bild viel mit Bearbeitungssoftware rauskitzeln?
D.R.: Wenn das Bild technisch gut um gesetzt wird, auf gestalterische Merkmale geachtet wird, die Location und die Aktion stimmt und die gehörige Portion Kreativität drinnen steckt.
Aber das wichtigste ist wenn man Emotion und Leidenschaft erkennt.
Ich bearbeite ja sehr gerne meine Bilder muss aber sagen, dass auch Photoshop ein Bild nur besser macht wenn das RAW schon gut ist. Aus Sch….e Gold machen geht auch nicht. Man muss ein gutes Negativ abliefern um ein sehr gutes Positiv zu bekommen.


Gold anstatt Sch…e! Super stimmungsvolles Actionbild wie es besser kaum geht.

Ceed: Hast du dir das fotografieren und bearbeiten eigentlich selbst beigebracht?
D.R.: Das Fotografieren habe ich in meiner eineinhalb jährigen Ausbildung in einem Werbestudio gelernt. Die digitale Bearbeitung habe ich mir autodidaktisch beigebracht.

Ceed: Was für ein Equipment benutzt du derzeit, bzw. machst du auch Studioaufnahmen?
D.R.: Ich arbeite mit Canon. Habe verschiedene Bodys und eine Objektivauswahl die all das abdeckt, was ich für meinen Job brauche.
Dann habe ich auch eine Studio- und eine kleine mobile Lichtanlage von Broncolor.
Ich arbeite nicht nur im Sport Bereich sondern produziere auch Kochbücher.
Bin also auch in dieser Richtung mit Equipment ausgestattet.

Ceed: Cameras können ja immer mehr. Wo gehts deiner Meinung nach hin und was ist für dich der Maßstab an Technik in Zukunft?
D.R.:Ehrlich gesagt interessiert mich das gar nicht. Die Kameras haben meiner Meinung nach viel zu viele Knöpfe, Schalter und Programme. Bin mal gespannt ab wann ich Tetris auf dem Display spielen kann.
Blende – Zeit – Brennweite und ISO
Viel mehr braucht man nicht. Früher wurden auch gute Bilder gemacht ohne diese ganzen Funktionen.


Stimmungsvoll – Sonnenuntergang auf den Gym-Trails

Ceed: Nutzt du eine Fotocamera auch zum filmen? Hattest du schon irgendwelche Clips mal editiert?
D.R.: “Ja “das mache ich und ” Ja” das habe ich. Habe mit Amir ein einen Winter Trainings Clip gedreht.

Winterpractise with Amir Kabbani-2008 from Amir Kabbani on Vimeo.

Amir’s Wintertraining

Ceed: Was hälst du von irgendwelchen Smartphone-Bildern? Kann so eine Miniquetsche jemals eine richtige Spiegel ersetzen (angenommen das Objektiv wäre auswechselbar)
D.R.: HAHAHAHAHA – Ein iPhone mit 300 mm Tele. “NICHT”
Ich liebe zwar mein iPhone mit dem ich auch sehr viel fotografiere um die Bilder dann zu bearbeiten mit diversen Apps und sie sofort online zu stellen.
Auch fürs festhalten von neuen Locations ist es super. Bild machen – GPS Datei mit dran hängen und man findet jeden verlassenen Spot im Wald wieder.
Aber mehr auch nicht.


Erik “IRM” Irmisch am Gas

Ceed: Mit welcher Ausrüstung fängt deiner Meinung nach das Fotografieren an, Spass zu machen?

D.R.: Mit jeder. Spass hat nichts mit teuerem Equipment zu tun. Ich kann auch mit einer Quicksnap Spass haben.
Wenn du aber den technischen Stand meinst sage ich ab einer Kamera bei der du Zeit, Blende und Brennweite selbst bestimmen kannst.
Dann kannst du kreativ an deine Aufnahmen ran gehen.

Ceed: Gibts deiner Meinung nach irgendwelche guten Kompaktkameras mit denen man solche Bilder hinbekommt?

D.R.: Ich selbst habe eine Canon PowerShot G11
Sie hat alle Funktionen die man braucht.
Für den Anfang ein ganz guter Einstieg wenn man kein Geld für ein Spiegelreflex System hat.
Aber ich denke man findet auf dem Markt auch andere Marken die ähnliches anbieten.


26 Trix – extended Superman Seatgrab

Ceed: Kennst du eigentlich irgendwelche international bekannten Fahrer die auch selbst fotografieren und gute Bilder machen, von denen man nicht unbedingt weiß?

D.R.: Also in der Dirt Jump Szene fällt mir jetzt auf anhieb keiner ein. Ich weiß, dass Sam Pilgrim seine Videos alle selber macht. Er filmt und schneidet ganz ambitioniert.

Ceed: Dein Tipp für Anfänger?

D.R.: Viel Rad fahren, hahaha
Spass Spass und noch mal Spass – das ist das Wichtigste
Es ist wichtig, dass man sich mit seiner Kamera vertraut macht. Was kann sie? Wofür sind all diese Knöpfe? Wo muss ich drauf drücken?
Danach sollte man den Zusammenhang aus Zeit, Blende und Brennweite verstehen.
Und dann kommt das wichtigste: Spass beim Probieren.
Fotografieren, Fotografieren, Fotografieren
Morgens, Mittags, Abends
Bei Sonne, bei Schnee, bei Regen
Man wird nur besser durch die Erfahrung die man beim Shooten sammelt.

RIDE ON, DER DANIEL

Wenn ihr euch die Auszüge von Daniels Arbeiten ansehen möchtet, checkt doch einfach mal seine Seite oder kontaktiert ihn direkt:
webseite: www.danielroosfotografie.de
In Facebook könnt ihr auch noch nach ihm suchen. Dazu die Suchbegriffe “daniel roos fotografie” oder direkt “daniel roos” benutzen.

Hier geht’s noch zu älteren Behind-the-Lens Einträgen:
Christoph Laue
Benjamin Hahn
Manuel Sulzer
Dennis Stratmann

AM STIFT – Boris Krauß aka Riders Illustrated


Bike-Urgestein Gary Fisher

Ceed: Hi Boris, Du bist ja studierter Grafik-Designer und arbeitest nun hauptberuflich als Illustrator?
B.K.: Das stimmt nicht so ganz, die korrekte Bezeichnung wäre “staatlich geprüfter Grafik-Designer”. Ich habe eine dreijährige Ausbildung in Ulm gemacht, das war Vollzeitschule. Ich hätte danach noch Grafik-Design studieren können, aber nach 15 Jahren Schule wollte ich dann endlich mal was arbeiten, Geld verdienen und vor allem raus in die Realität. Schule ist cool, aber irgendwann is auch mal gut, ne? Außerdem war diese Design-Ausbildung für mich nur ein weiterer Schritt in die beruflich richtige Richtung. Denn ich wollte nie ausschließlich Grafikdesigner werden, sondern immer etwas im Zeichen-Bereich machen. Dass ich jetzt mein Hobby, die Illustration mit meinem zweiten Hobby, dem Biken verbinden kann, ist das Beste was mir passieren konnte. Aber es war ein langer Weg bis dahin.

Ceed: Wie lang machst du das mit den Illustrationen nun, beziehungsweise, neben den Illustrationen für Kunden aller Art machst du ja diese Riders Illustrated-Geschichte. Wie kamst du auf die Idee?
B.K.: Also ich sags mal so, ich wusste irgendwie schon immer, was ich einmal werden will. Anfangs war es einfach “nur” Comiczeichner, aber mit der Zeit hat sich herauskristallisiert, dass mich das auf die Dauer langweilen würde und somit habe ich nach einer kurzen Zeit als Angestellter in Werbeagenturen das Grafik-Design und die Illustration vereint und mich selbstständig gemacht. Das war 2003. Zeichnen tu ich aber schon, solange ich einen Stift halten kann.
Spezíell nun die Bike-Illustrationen gibt es seit ca. 2004, da hat das Ganze so langsam angefangen. Erst wars nur sehr sporadisch, aber dann gings plötzlich recht zügig voran und das Feedback auf meine Bilder war immer super. Das hat mich sehr gefreut, denn ich wollte immer schon in der Bike-Szene arbeiten und dort etwas machen, was es noch nicht gibt, bzw. noch keiner vor mir gemacht hat. Etwas zu kopieren befriedigt mich nicht und finde ich auch eher peinlich.
Als erstes wollten die Fumic Brothers sich gezeichnet sehen, und als diese Bilder so gut ankamen, hab ich einfach mit anderen Fahrern weitergemacht. Langsam aber sicher wurden es immer mehr und ich wurde immer bekannter. So dass ich heute für Bikefirmen rund um den Globus arbeite. Verrückt, oder? An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, mit denen ich schon zusammenarbeiten durfte, für das entgegengebrachte Vertrauen! Cheers!


Boris stets gut gelaunt

Ceed: Muss man schon von vorne herein gut zeichnen können oder kann man sowas wirklich erlernen? Talentfrei sollte man vielleicht nicht gerade sein,was Zeichnen angeht, oder?
B.K.: Ja, wie schon erwähnt, zeichne ich schon seit meiner frühesten Kindheit. Für meine Eltern und mein Umfeld war wohl recht schnell klar, in welche Richtung sich mein Leben einmal entwickeln würde. Das Zeichnen ist eindeutig mein größtes Talent und ich bin sehr dankbar dafür. Ich würde also sagen, es ist grundlegend Talent vonnöten, aber auch sehr viel Übung. Von nix kommt nix, auch nicht mit dem größten Talent. Ich glaube aber nicht, dass man ohne eine gewisse Begabung und nur durch Lernen irgendwann richtig super zeichnen kann. Ich bin zum Beispiel kein extremes Rechen-Genie und werde das auch mit noch so viel Übung nie werden. Zwar werde ich immer besser, aber so gut wie ein dafür talentierter Mensch werde ich nie werden.

Ceed: Fährst du selbst auch Rad?
B.K.: Na aber hallo! Und wie! Ich fahre jetzt seit ca. 20 Jahren Mountainbike. Ich habe also die Entwicklung dieses Sports von fast zu Beginn an miterlebt und bin damit aufgewachsen. Eigentlich haben mich normale Fahrräder früher eher gelangweilt, obwohl mir das Radfahren selbst schon gefallen hat. Ich bin dann einfach immer auf Baustellen und Äckern rumgefahren, da ich Offroad einfach spannender fand. Das kam vielleicht auch daher, dass ich in meiner Kindheit ständig mit meinen Eltern beim Bergsteigen war und so die Berge lieben gelernt habe.
Irgendwann wollte ich dann lieber Motocross fahren. Aber von meinen Eltern her ging nix mit nem Mofa. War aber gar nicht schlimm, denn irgendwann kamen dann die MTBs auf den Markt und als ich zum ersten Mal so ein Bike gesehen habe, wars um mich geschehen. Fette Stollen, abgefahrene Rahmendesigns, coole Szene, sympathische Leute und vor allem und ganz wichtig: So gut wie keiner fuhr damals MTB, yeah! Ich für mich persönlich kann Sportarten wie Fußball oder Tennis einfach nichts abgewinnen. Radfahren im Gelände und die Berge haben mir aber schon immer gefallen, somit war und ist der Bikesport genau das Richtige für mich.
Ich selbst fahre zwar eher All-Mountain und Tour, aber lege schon sehr gerne Freeride- und Downhill-Passagen ein. Wobei ich sehr aufpassen muss, dass ich mich nicht zerlege, denn ein gebrochener Arm, etc. bedeutet, der Laden ist erstmal dicht! Freeride und Downhill fasziniert mich am meisten, da es die meiste Action hat. Aber trotzdem liebe ich jede Facette des Bikens, nicht zuletzt deswegen, weil ich weiß, wie sich alles entwickelt hat und wie die einzelnen Richtungen entstanden sind.
Tja, mit diesem Hintergrund sage ich gerne, dass in jeder meiner Arbeiten eine Menge Herzblut und persönliche Verbundenheit steckt. Jedes Bild ist ein sehr aufwändiges Unikat und ist erst dann fertig, wenn der Kunde und ich vollkommen zufrieden sind. Daher lege ich auch ab und zu mal ne Nachtschicht ein. Durch meine große Verbundenheit zum Biken lege ich größten Wert darauf, dass die Bilder den Spirit des Sports perfekt rüberbringen. Da feile ich lieber noch ne Weile an einem Gesicht oder einem Move, bevor ich was rausgehen lasse, das ich nicht richtig gut finde. Das ist mir ohnehin das Wichtigste bei diesen Illustrationen, es muss richtig stylish wirken. Biken ist ein sehr cooler Sport, das gefällt mir daran und das soll auch in meinen Bildern unmissverständlich rüberkommen. Ich versuche bei den Bike-Illus aus jedem Rider das Beste herauszuholen und ihn so attraktiv und cool wie möglich darzustellen. Bisher fanden sich alle ganz hübsch, soweit ich das mitbekommen habe, ich hoffe das bleibt so, haha!


Andi Wittmann

Ceed: Wie entsteht solch eine Illustration eigentlich Schritt für Schritt?
B.K.: Am Anfang stehen immer ein oder mehrere gute Portraitfotos, von denen ich ein möglichst realistisches Portrait zeichne. Eigentlich wäre ich dann “schon” fertig, aber jetzt kommt das Spannende, denn dann beginnt das, was ich gerade eben schon angesprochen hatte. Nämlich das Tunen. Das geht so lange, bis zuerst ich und dann alle anderen zufrieden sind.
Der offizielle Ablauf ist dann folgender: An erster Stelle steht das Briefing, also die Besprechung, wie der Fahrer sich gerne sehen möchte, bzw. welches Motiv gewünscht ist. Dann erstelle ich eine sehr grobe Strichzeichnung, um die Bildkomposition festzulegen. Als nächstes zeichne ich eine grobe Rohzeichnung, schon in Farbe. Und wenn die passt, geht es an die sauber ausgearbeitete Reinzeichnung. Sehr wichtig ist mir bei dem ganzen Vorgang die Transparenz. Der Kunde weiß zu jeder Zeit, was ich gerade mache und kann einschreiten, falls etwas nicht so aussieht, wie er es sich vorgestellt hat. Denn letzten Endes ist der Kunde der Chef und erst wenn er zufrieden ist, bin auch ich zufrieden. Das klingt zwar aufwändig und ist es auch, aber hat sich bisher immer gelohnt.

Ceed: Wie lang dauert sowas grob über den Daumen, mal von einem deiner Riders-Illustrated Charaktere ausgehend?
B.K.: Also ich denke mal, du meinst jetzt eine Portraitzeichnung, also den Kopf, ohne Body, Bike, Hintergründe und sonstige Designs. Das variiert von einem Tag bis zu einer Woche. Es hängt stark davon ab, wie gut die Vorlagen-Fotos sind, denn ich habe den Menschen beim Zeichnen nie live vor mir, sondern muss mir anhand der Fotos ein dreidimensionales Bild in meinem Kopf machen. Nur dann wird das Bild auch so gut, dass man die Person hinterher wirklich sofort erkennt und sein Charakter zur Geltung kommt. Und dann hängt es natürlich auch davon ab, wie gut ich dranbleiben kann und wie flüssig der Kontakt zum Kunden ist, denn die meiste Zeit laufen bei mir mehrere Jobs parallel. Manche Leute sind einfach nicht ständig erreichbar, somit zieht es sich meistens etwas. Aber grob gesagt, ist ein Portrait in ca. 1 Woche fertig. Was als Außenstehender oft nicht ersichtlich ist, ist die Tatsache, dass ich keine 15-Minuten-Schnellkarikaturen zeichne, wie sie es auf diversen Künstler- und Jahrmärkten gibt, sondern dass es sich bei meinen Bildern schon eher um digitale Gemälde handelt. Und sowas braucht einfach seine Zeit.


Shimano Poster mit verschiedenen Fahrern

Ceed: Hast du da einen Lieblingsfahrer?
B.K.: Du meinst, ob ich einen Fahrer habe, den ich am liebsten zeichne? Nein, das ist mir egal, denn jeder Mensch hat etwas Besonderes, und die Herausforderung ist es jedesmal, dieses zu entdecken und markant darzustellen. Aber ich muss zugeben, Tibor Simai hat schon großen Spaß gemacht …

Ceed:
Bei deinen Riders Illustrated-Charakteren hebst du ja bestimmte Merkmale der einzelnen Fahrer als Karikatur hervor. Mehr Gespür oder irgendwie eine Vorgehensweise dahinter, dass der Erkennungswert nachher absolut da ist, die Person aber dennoch lustig wirkt?
B.K.: Grundsätzlich bezeichne ich meine Bilder nicht als Karikaturen und auch nicht als Portraits. Es ist etwas anders, etwas dazwischen. Denn bei einer Karikatur versucht man, die Person möglichst lustig darzustellen und sie vielleicht sogar schon zu beleidigen. Ein Portrait ist sehr realistisch, aber oft auch langweilig. Wie ich schon gesagt habe, ist mir aber wichtig, die Person möglichst stylish darzustellen. Darum nenne ich das Ganze auch “StylePortrait”. Eine neue Art der Portrait-Zeichnung, die es in diesem Stil nur bei mir gibt.
Aber zu deiner Frage: Ich denke, ein gewisses Gespür für die Persönlichkeit des Anderen ist hier nicht von Nachteil. Ansonsten verhält es sich so, wie ich vorhin schon beschrieben hatte, dass viel von den Vorlagenfotos abhängt und wie charakteristisch und typisch jemand darauf abgelichtet wurde. Dann kann ich mich step by step dem Endergebnis nähern.


Trial-Legende Hans “No Way” Rey

Ceed: Früher gab es ja noch nicht so die Möglichkeit der technischen Nachbearbeitung am Rechner. Inwiefern bringt das einen großen Vorteil oder auch nicht, bzw wie funktioniert es, das Ganze nachher digital zu haben?
B.K.: Mein Motto ist: “No filters, no templates, no tricks – just real handicraft!” Soll heißen, jedes Bild ist komplett in Handarbeit und ohne faule Tricks entstanden, jeder Strich von Hand gezogen und nicht etwa mit einem Filter über einem Foto in Photoshop. Ich zeichne jetzt seit sechs Jahren voll digital am Zeichenbildschirm. Anders wäre der Style und auch die Menge auch nicht zu bewältigen. Früher habe ich viel radieren, basteln, einscannen und korrigieren müssen. Heute kann ich das alles digital machen, das spart viel Zeit. Die Handarbeit ersetzt es aber deswegen noch lange nicht. Und darüber bin ich auch sehr froh. So fallen nur die ohnehin fürs Endprodukt eher nervigen Sachen wie Radier-Dreck, kaputte und leere Stifte oder beschädigte Blätter und Zeichnungen weg.

Ceed:
Planst du irgendwas wie evtl ein Bike-Comic oder so? Daniel und du, ihr hattet doch mal den Tune Katalog letztes Jahr in Comicform gemacht?
B.K.: Ja stimmt, ich habe mit Daniel Geiger den 2010er TUNE-Katalog entworfen. Wobei er das Grafische übernommen hat und natürlich die Fotos, und ich mich voll auf die Zeichnungen konzentrieren konnte. Auch die Story des Comics hat er erfunden. Ich war sofort begeistert, als er mir von seiner Idee erzählt hat und ich würde es sofort wieder machen. Das ist lustig, wir haben auch tatsächlich schon darüber gesprochen. Es war eine super Zusammenarbeit mit ihm und auch den TUNE-Jungs.
Vielleicht ergibt sich ja wieder eine solche Gelegenheit, mal sehen. Ich würde schon gerne einen richtig fetten Bike-Comic entwerfen, sowas gibt es ja in der Form noch nicht. Aber dafür brauche ich auch einen guten Story-Schreiber, das kann ich nämlich nicht wirklich. Daniel hatte damals einen super Job gemacht, er hat gute Ideen. Mal sehen was sich noch so ergibt … Ich bin da offen für alles.


Marcus “Klausi” Klausmann’s Wohnmobil-Zierte

Ceed: Hast du dich auch schonmal am Bewegtbild versucht oder ist das dann zu komplex alleine umzusetzen?
B.K.: Ich habe damals in meiner Ausbildung zum Grafik-Designer einen kleinen Zeichentrickfilm für eine CD entwickelt, das war schon wahnsinnig aufwändig, hat aber auch sehr viel Spaß gemacht. Ich hätte eigentlich große Lust, meine Zeichnungen auch mal in Bewegung zu sehen, aber wie gesagt, es ist schon verdammt viel Arbeit. Aber sollte sich eine Gelegenheit ergeben, werd ich mir das sicher überlegen.

Ceed: Kann jeder der Lust hat zu dir kommen oder machst du das Ganze nur für bestimmte Personen?
Mit welchem finanziellen Aufwand muss ich da als normalsterblicher Rechnen?
B.K.: Zu mir darf jeder kommen, egal ob Firma, Profifahrer oder Privatmann/-frau. Bezüglich Preis hängt der stark vom Aufwand und dem Umfang der Nutzung ab. Ich versuche immer, den Aufwand an das Budget des Kunden anzupassen und bisher waren alle meine Kunden immer angenehm überrascht.

Ceed: Gibts bei der ganzen Arbeit auch Sachen die dich manchmal nerven?
B.K.: Das einzige was mich manchmal nervt, ist eigentlich die Technik. Wenn der Computer spinnt oder das Internet zickt, das nervt. Und die ganze Verwaltungsarbeit wie Buchführung, Finanzen etc. im Auge zu behalten. Aber meine Arbeit selbst nervt mich normalerweise nie. I love my Job und hoffe, dass ich den auch noch ganz lange so weitermachen kann.


Stets cool und gelassen: Lance McDermott

Ceed: Hast du ein Tipp wie man am besten anfangen sollte, wenn man sich selbst mal probieren möchte?
B.K.: Also wie schon erwähnt denke ich, ein bisschen Begabung ist sicher von Vorteil. Aber ansonsten würde ich sagen, einfach mal loslegen und ausprobieren, dann merkt man schnell obs einem gefällt und funktioniert. Das muss ja auch gar nicht mal wirklich gut aussehen, Hauptsache man hat Spaß dran, denn das ist doch das Wichtigste, oder? Ich wünsche auf jeden Fall allen viel Vergnügen dabei! Just draw!
Übrigens: Die Galerie meiner Website www.riders-illustrated.com ist leider im Moment nicht so ganz up to date, da ich kaum dazu komme, die neuesten Arbeiten einzustellen. Wo es aber immer wieder was Neues zu sehen gibt, da schneller hochzuladen, ist meine Facebook-Seite. Einfach “Riders Illustrated” suchen und mich adden. In der Galerie sieht man dann auch einiges.

BEHIND THE LENS – Dennis Stratmann


Fotografenpaar – Foto: Maria Stratmann

Dennis “Düse” Stratmann ist nicht nur der Macher und Schaffer des Random Fotobands in dem die ausgewähltesten Shots ihren Platz finden, sondern auch Fotograf, Test- und Fotofahrer für diverse Magazine, als auch Inhaber seiner eigenen Agentur Pixel44. Kaum einer bringt soviel Erfahrung in allen Teilgebieten mit wie der studierte Industriedesigner. Wenn er mal nicht gerade einer der obigen Tätigkeiten nachgeht, macht er das wofür man “Düse” eigentlich kennt – Radfahren – bevorzugt bergab und dann auch gerne mal im Rennmodus gegen die Uhr. Wieviel Rennerfahrung da schon in den Beinen steckt? Etliche sicherlich. Schon über 20 Jahre hängt er am Gas und ist noch immer fasziniert und motiviert anderen einzuschenken.
Wir haben den guten Herrn Stratmann kurz einmal angeschrieben und mal nachgehakt.

Ceed: Bonjour Herr Stratmann,
Du sitzt schon gefühlte 200 Jahre im Sattel. Wieviel sinds wirklich?
D.S.: Bonjour Monsieur …
irgendwie fühlt sich jedes Jahr wie das erste an, weil es so Laune macht.
In Wirklichkeit sind es aber knapp über 20 Jahre jetzt.
Mein erstes Rennen fuhr ich 1992.

Ceed: Wieviel kommst du selber noch zum Radfahren und fährst du dieses Jahr ein paar Rennen? Todtnau ist ja schließlich wieder mit dabei.
D.S.: Ich nutze jede Gelegenheit um aufs Bike zu steigen! Todtnau ist auch schon fett notiert im Eventkalender. Einige Rennen werde ich auch 2011 wieder mitfahren. Auch mein Plan steht, meinen DM Mastertitel zurück zu erobern … auch wenn mir das in Wildbad sicher schwer fallen wird.

Ceed: Wo ist der einstamlige Zopf hin?
D.S.: Im Zuge von Modernisierungsmaßnahmen kam der frühzeitig unters Messers – aber hey: damals war das totchick! Alle schnellen Dudes hatten damals ne Matte … Stromberg, Meyer, Blum, Herrmann …

Ceed: Das skurilste an der deutschen Radszene?
D.S.: Das es keine Top Platzierten im DH Weltcup gibt.

Ceed: Hast du durchs Radfahren das Fotografieren entdeckt oder woher kommt die Affinität?
D.S.: Auf jeden Fall kam es durchs Radfahren und ganz speziell durch meinen Freund und MB-Fotografen Daniel Geiger. Er hat mich angefixt und war auch zu Beginn mein Dealer was das Equipment angeht.


Martin Söderström beim Vienna Air King

Ceed: Bringt dir deine Er-Fahrung viel beim fotografieren von Bikemotiven, was Blickwinkel und Szenenauwahl angeht?
D.S.: Auf jeden Fall. Ich denke es ist schwer einen Sport zu fotografieren, den man nicht selber lebt und liebt. Nur so hat man ein Gespür für den richtigen Moment – den “sweet spot” der Bewegung. Beim Ballett würde ich den nicht sehen können …

Ceed: Das Random ist ja dein Baby. Was macht ein Herr Stratmann, wenn er mal nicht hinter einer Ausgabe sitzt?
D.S.: Meine Agentur “pixel44″ ist das andere Baby. Dort setzen wir viele kreative Sachen im Bereich Produkt-, Grafik und Fotodesign um. Das ist oft genauso spannend wie RANDOM oder das Biken, den auch hier stammen die meisten Kunden aus der MTB Branche.

Ceed: Hattest du nicht sogar Industriedesign studiert? Hast du damit noch viel zu tun?
D.S.: Exakt. Ich bin diplomierter Industriedesigner. Meine Jobs für Continental könnte man als Industrial Design durchgehen lassen – hier bin ich maßgeblich an der Enwticklung von MTB Profilen beschäftigt. Insgesamt bin ich aber mittlerweile deutlich stärker im grafischen und fotografischen Bereich unterwegs. Das soll nicht heißen, dass ich Industrial Design nicht “mag”, aber es bietet sich einfach nicht so häufig an.

Ceed: Apropos Random, du legst dabei ja immer sehr viel Wert auf die Veredelung des Ganzen. Findest du manche Printmagazine verlieren viel Wert auf Grund des schäbigen Papiers/Druck etc. oder merken das die Leser gar nicht?
D.S.: Ich glaube die Leute merken es nicht bewusst – es sei denn sie arbeiten mit Druckerzeugnissen. Das Unterbewusstsein nimmt aber durchaus wahr, ob etwas hochwertig oder günstig produziert ist. Die Haptik und Optik bestimmen maßgeblich wie wir eine Ware auffassen. Bei Random erwarten die Leute mittlerweile einen sehr hohen Level. Deswegen ist für uns da nur eine Option möglich: Das Beste was geht!

Ceed: Wenn du die Bildauswahl für deine Magazine triffst, nach welchen Kriterien gehst du vor?
D.S.: Ich versuche den Fotografen die meiste Freiheit zu geben, indem Sie mir die Bilder senden sollen, die sie gerne in RANDOM haben möchten. Sie sollen ja etwas davon haben und sich und Ihre Arbeit bestmöglich zu präsentieren. Mein Job ist dann aus diesen wahrhaften Top Shots eine Auswahl zu treffen die gut miteinander harmoniert und in der es wenig Überschneidungen gibt. Am Ende ist es wie beim Kochen: Ich habe nur beste Zutaten – da ist es leicht was tolles draus zu zaubern!

Ceed: Was macht für dich ein perfekten Shot aus?
D.S.: Ganz schwer zu sagen was genau es ist. Es gibt viele Parameter die ein Bild besonders machen. Sei es die Action, der Fahrer, die Location, der Blickwinkel, der Bildaufbau, die Farben, die Brillianz. Am besten man kombiniert diese Zutaten – man muss aber nicht. Ein Bild muss “packend” sein. Man muss draufschauen und denken “wow”. Technische Perfektion ist in jedem Fall nicht alles…


Cam Zink mit dem wohl härtesten Drop ever. 360 drop, Redbull Rampage

Ceed: Triffst du die Auswahl der Bilder alleine?
D.S.: Wie schon erwähnt: Die Fotografen treffen die Auswahl – wir machen hier das Feintuning. Meine Frau (selbst aktiv an Bike und Kamera) schaut mir oft über die Schulter und wir diskutieren viele Shots.
Über die ersten RANDOM Entwürfe lasse ich viele Leute schauen und hole mir Input für Verbesserungen.

Ceed: Du nimmst ja auch gerne Bilder von jungen, unbekannteren Fotografen? Ich schließ daraus, dass das Bild und die Stimmung für dich wichtiger sind wie große Namen?
D.S.: Große Namen sind wichtig, denn Sie machen das Produkt bekannt und begehrenswert. Wir möchten aber auch inbesondere jungen Fotografen Chancen bieten, die sie woanders nie bekommen. Deshalb freuen wir uns immer sehr, wenn gute Shots ins Postfach flattern von Jungs, von denen man noch nie etwas gehört hat. Ausserdem sind sie meist viel näher an der lokalen Szene als die “Big Names”. Ich denke beides ergänzt sich hervorragend


Bilderraten: Rainer Sebal und der Prof in Finale? Sollte stimmen …

Ceed: Bekommst du dadurch oft Anfragen von vielen Leuten, die ihre Bilder miteinbringen wollen?
D.S.: Ja sehr oft und manchmal sind wirkliche Knaller dabei. Diese schaffen es dann auch ins Heft. Schwierig ist immer nur dem Rest zu sagen, dass es für RANDOM (noch) nicht reicht…

Ceed: Wieviel Kompromiss bei der Veröffentlichung von Bildern sollte ein junger, noch unbekannter Fotograf eingehen?
D.S.: Es kommt darauf an, was und wo veröffentlicht werden soll. Wenn es zu einer kommerziellen Nutzung des Bildes kommt, bin ich der Auffassung, dass der Fotograf daran profitieren sollte. Egal ob bekannt oder unbekannt. Letztendlich schadet jeder Fotograf sich und anderen, wenn er seine Bilder “verschenkt”, denn die Bereitschaft gute Arbeit zu honorieren wird dadurch weiter sinken.

Ceed: Fotohonorare können ja ganz unterschiedlich aussehen. Vom Tagessatz über die Bezahlung jedes einzelnen veröffentlichten Fotos, bis hin zur uneingeschränkten Nutzung innerhalb eines Verlags. Wo sollte man eine Grenze ziehen, seine Bilder schlussendlich nicht zu verscherbeln?
D.S.: Dass muss jeder für sich selber beantworten. Wenn man eine Leistung erbringt, von der jemand anderes profitiert oder gar lebt, dann sollte er dafür entlohnt werden.


Nichts für Höhenangst: Manfred “Monfred” Stromberg über dem wohl angsteinflößensten Karrenweg der Kanaren auf La Palma, Tazzacorte …. Grrrr

Ceed: Sollte man überhaupt Fotos machen, wenn man zum Ziel hat möglichst viel Kohle einzukassieren?
D.S.: Ja klar – aber vielleicht nicht in der Bikebranche :-)

Ceed: Du hast ja schon viele Bilder gesehen – welcher Shot lässt dich bis heute nicht mehr los?
D.S.: Bilder bei denen man sprichwörtlich seinen Augen nicht traut, weil es so irreal aussieht.
Die Flugzeuge, die in die World Trade Center fliegen sind so ein Bild.

Ceed: Deine Weißheit/ dein Rat und Tip für Einsteiger der Fotografie?
D.S.: Geh raus und tu es!

Merci Dennis

Hier geht’s noch zu älteren Behind-the-Lens Einträgen:
Christoph Laue
Benjamin Hahn
Manuel Sulzer

BEHIND THE LENS – Manuel Sulzer

Die neue Woche wartet mit gutem Wetter und perfektem Fotolicht auf uns. Bevor es allerdings nach draußen geht, haben wir Fotograf Manuel Sulzer zu Wort kommen lassen. Vielleicht hat der Augsburger gleich einmal noch ein paar gute Tips parat? Lest selbst.

Ceed: Wer ist Manuel Sulzer und unter welchem Pseudonym kennt man dich noch? (Hattest du deine Bilder bei mtb news früher nicht mal unter einem anderen Namen)?
M.S.: Manuel Sulzer ist 25, lebt in Augsburg und kommt ursprünglich aus der Nähe von Pforzheim. Man kennt mich (oder auch nicht) bei mtb-news oder zum Beispiel bei Pinkbike als „hanussen“. Unter dem Pseudonym bin ich beinahe schon immer unterwegs und habe meine Bilder auch noch nie unter anderem Namen hochgeladen :-)

Ceed: Fotografie seit wann und warum?
M.S.: Erstes Interesse an der Fotografie war etwa 2005. Eigene DSLR und ambitioniertes Fotografieren erst seit 2008. Wie so viele andere auch, habe ich mich wirklich ausführlich erst damit beschäftigt, als ich damals mit gebrochenem Schlüsselbein nicht fahren konnte, aber natürlich mit den Kumpels in den Wald wollte. Da greift man dann zur Kamera und fängt an, sich intensiver damit auseinanderzusetzen.

Ceed: Dein “richtiger” Beruf?
M.S.: Ich versuche schon die Fotografie als richtigen Beruf zu betreiben. Zumindest verdiene ich mein Geld in diesem Bereich. Hauptsächlich bin ich Fotoassistent in München.


Ben Reid beim World Cup in Leogang. Ich mag diesen Shot, weil der Fahrer fast aus dem Bild zu springen scheint.

Ceed: Du wohnst ja in Augsburg. Schon immer oder nur zugezogen?
M.S.: Ich bin vor etwa drei Jahren von zu Hause nach Augsburg gezogen. Hatte da ein Studium begonnen, das dann aber nach wenigen Wochen zu Gunsten der Fotografie abgebrochen. Was anfangs ungewiss und problematisch war, hat sich nun als die beste Entscheidung herausgestellt, die ich treffen konnte.

Ceed: Deine Bildmotive entstehen ja oft in den Augsburger wäldern. Erzähl uns doch mal was dazu.
M.S.: Als ich nach Augsburg gezogen bin habe ich mich vorher in Foren über die Trails dort infomiert und irgendwo gelesen, dass die Westlichen Wälder eines der meist unterschätzten Gebiete Deutschlands sein sollen. Nun ja, geile Trails gibts natürlich überall. Aber die Szene ist vergleichsweise groß und das Trail-Netz wirklich auch gut ausgebaut. Steile Abfahrten gibt es hier keine, dafür unzählige gebaute und natürlich flowige Trails die auch nach drei Jahren immernoch Spass machen.
Bildmotive gibt es daher unzählige, aber nicht mehr als in jedem anderen Waldgebiet auch. Sei es ein neu gebauter Drop oder die Matschpfütze auf dem Hometrail: Eine geile Location kann ein Bild zwar deutlich aufwerten, aber es steht oder fällt nicht damit ob man im Wald meterlange Northshores, steile Felsabfahrten oder Jahrhunderte alte Mammutbäume stehen hat.


Matschpfütze. Markus Bihler in den Westlichen Wäldern.

Ceed: Du selbst fährst auch Rad. Was denn und wieviel im Verhältnis zum Fotografieren?
M.S.: Das Radfahren kam bei mir auf jeden Fall vor dem Fotografieren. Eine ganze Weile war ich im Wald und in Parks auf einem Fatmodul Enduro Hardtail unterwegs und konnte von einem richtigen Downhill Bike nur träumen. Das habe ich mir dann auch erst vor zwei Jahren gegönnt und bin glücklicherweise immernoch oft (wenn auch bei weitem nicht oft genug) damit unterwegs. Es ist aber eher die tägliche Arbeit, die mich vom Biken abhält als das Fotografieren an sich. Klar stehen bei Shootings und Fototouren mit Freunden oft die Bilder im Vordergrund. Aber das Bike ist meistens mit dabei und es ergibt sich immer mal die Gelegenheit ein paar Fahrten zu machen. Manchmal ist es (oder wäre es) auch ganz gut die Kamera im Rucksack zu lassen und einfach nur Spass am Fahren zu haben.

Ceed: Fällt die Entscheidung ob Fahren oder Fotografieren manchmal schwer?
M.S.: Eingentlich nein. Wenn ich losziehe mit dem Ziel gute Bilder zu machen, dann konzentriere ich mich auch voll darauf und denke, nicht an’s fahren. Wie oben schon erwähnt, auf’s Rad kommt man immer mal. Wenn man aber nur zeitlich begrenzten Spielraum für Fotos hat (Wetter, Licht, Fahrer, …) dann fällt es, mir zumindest, nicht schwer das Biken zurückzustecken.

Ceed: Andere Szenerien wie Fahrräder oder ausschließlich Räder?
M.S.: Gerne auch andere Motive. Abwechslung tut gut und ich fotografiere selbst auch gerne in fast jedem Bereich der Fotografie. Allein schon wegen des Jobs als Assistent bekomme ich viele nicht-Bike-Szenerien mit und habe gelernt, mich dafür zu interessieren. Ich glaube man kann auch als Fotograf ein richtiger Fachidiot werden, wenn man sich zu sehr z.B. auf die Moutainbike Fotografie beschränkt und damit immer auf dem gleichen Level bleibt. Da nutze ich lieber die Erfahrungen aus anderen Bereichen, um mich selbst und meine Bilder immer weiter zu entwickeln.


Mal keine Bike Action, aber nicht abseits vom Thema: Cope Rahmen im Studio.

Ceed: Dein Lieblingsbild bzw dein Lieblingsfotograf?
M.S.: Ein Lieblingsbild oder einen Lieblingsfotografen habe ich nicht. Es gibt mittlerweile viele gute Mountainbike Fotografen und ich würde wahrscheinlich nur die üblichen Verdächtigen aufzählen, wie jeder andere auch. Von denen hebt sich allerdings, meiner Meinung nach, keiner besonders ab und ich schaue mir genauso gerne Bilder von eher unbekannteren Fotografen auf Pinkbike oder auch in deutschen Foren an. Generell mag ich eher Bilder die technisch möglichst perfekt und stimmig aufgebaut sind. Viel Tiefe und Action durch Interaktion mit dem Trail machen ein Bild oft richtig interessant. Action allein hilft in meinen Augen allerdings nicht über einen langweiligen Bildaufbau oder eine grauslige Bearbeitung hinweg.


Bildtiefe durch viel Unschärfe im Vordergrund. Maxi Dickerhoff in Bozen. Lieblingsobjektiv: 85mm 1.8

Ceed: Was inspiriert dich beim Fotografieren?
M.S.: Ich lasse mich gerne von Bildern anderer inspirieren und versuche sowohl technische als auch gestalterische Mittel aus anderen Bereichen der Fotografie in meinen Bildern umzusetzen. Wichtig beim Shooten ist auch immer ein gutes Verständnis mit den Fahrern. Wenn die Stimmung passt und Fahrer und Fotograf gut miteinander harmonieren, dann kann das sehr inspirierend sein.

Ceed: Deine Ausrüstung?
M.S.: Canon 40D, Objektive von 10 bis 200mm und Blitze. Alles was man sonst noch braucht wie Stative, Funkauslöser, Filter und Kleinkram. Die Kamera hat zwar schon drei Jahre auf dem Buckel, verrichtet aber immernoch fleißig ihren Dienst (zugegebenermaßen nach mehreren Reparaturen). Meine Objektivsammlung versuche ich gerade komplett auf Festbrennweiten umzustellen.

Ceed: Was hälst Du von Lo-Mo Cams?
M.S.: Ich glaube, nichts. Aber ich kenne mich überhaupt nicht damit aus und enthalte mich daher vielleicht besser meiner Stimme :-)

Ceed: Deine Top-Location?
M.S.: Am geilsten war es letztes Jahr an der Plose in Brixen. Ansonsten: Ich hab leider noch nichts Aussergewöhnliches bzw. allgemein viel zu wenig gesehen… aber ich glaube, das kann man immer behaupten.


Location: Augsburger Baustelle. Maxi zwischen den Bergen… Dreckbergen… Der hintere Blitz war danach auch einer.

Ceed: In wiefern gehört Bildbearbeitung mit zur Fotografie für dich?
M.S.: Die richtige Entwicklung der RAW-Daten und die spätere Nachbearbeitung in Photoshop ist für mich und meine Bilder essentieller Bestandteil der Fotografie. Man kann zwar Bilder auch „verschlimmbessern“, wie man so schön sagt, und natürlich gibt es auch Bilder die wenig Nachbearbeitung nötig haben. Generell aber sehe ich ein Foto mittlerweile vielmehr als Ausgangsmaterial für das spätere Aufpolieren in der Entwicklung und Bildbearbeitung. Eine mittelklassige Kamera ist in Sachen Dynamikumfang und Farbwiedergabe heutzutage einfach immernoch viel zu schlecht, um „out-of-cam“ passable Bilder abzuliefern.
Des weiteren Nutze ich die Bildbearbeitung natürlich auch oft zur Retusche und, um damit Dinge umzusetzen, die vor Ort beim Fotografieren so nicht möglich waren.

Ceed: Ist das eher ein Fake oder “State of the Art” heutzutage?
M.S.: Durch digitale Daten und die Nachbearbeitung am Rechner hat sich die Fotografie um ein immenses Feld an Möglichkeiten erweitert und bietet heutzutage eine Vielfalt, die kaum noch zu überblicken ist. Die Entwicklung der Bilder oder die anschließende Weiterverarbeitung in Photoshop mag für manche zwar verfremdent wirken, für mich ist es fantastisch durch die Herausarbeitung von Details Bilder erst richtig zum Leben zu erwecken.

Ceed: Wo hast Du denn deine Bilder bislang publizieren können?
M.S.: Ich habe 2009 beim Random Photo Battle den zweiten Platz gemacht und wurde dann im Heft veröffentlicht. Damit hat es quasi angefangen. Hier und da sieht man meine Bilder online z.B. als Foto der Woche bei mtb-news oder als Picture of the Day bei Pinkbike. Dann war ich im Mag 41 vertreten und auch wieder im diesjährigen Random 4 mit zwei Bildern drin. Dazu kommen mehrere Galleryshots in der Mountainbike Rider. Alles in allem also noch überschaubar.


Pinkbike POD und im Random 4. Martin Frey beim World Cup in Val di Sole. Zwei Blitze, 17mm – F/4 – 1/100 Sek.

Ceed: Worauf denkst Du kommt es am meisten an, wenn man gute Bilder machen will?
Dein Tip für Anfänger?
M.S.: Der meist gegebene, aber mit Sicherheit auch beste Tip: Schaut euch Bilder von anderen Mountanbike Fotografen an. Besser gesagt, studiert sie. Bevor ihr in den Wald zum Shooten geht, saugt so viele Informationen wie möglich auf. Wenn man im Voraus weiß, was man machen will und in etwa einen Plan im Kopf hat, dann hilft einem das sehr. Ganz unerlässlich ist es aber natürlich in erster Linie, sein Equipment zu beherrschen. Wer nicht intuitiv mit seiner Kamera arbeiten kann und weiß, welche Einstellung welchen Effekt hervorbringt, der kann keine verlässlich guten Bilder schießen.

Ceed: Als Anfänger kann man sich vielleicht eine gute Cam leisten, aber wenig Equipment wie Blitze etc.. Funktioniert ein guter Shot auch ohne Blitze im düsteren Wald zum Beispiel?
M.S.: Klar funktioniert der auch ohne Blitze. Ganz im Gegenteil. Ein falsch eingesetzter Blitz (und wenn es dazu auch noch nur einer alleine ist), macht das Bild in dem Fall wahrscheinlich sogar mehr kaputt, als dass es hilft. Ich selbst fotografiere auch erst seit einem Jahr mit Blitzen. Im düsteren Wald bringt ein lichtstarkes und schnelles Objektiv erstmal mehr für ein schönes Bild, als ein einfacher Blitz.

Ceed: Hast Du eine Homepage oder Ähnliches?
M.S.: www.manuelsulzer.de
Diese versuche ich auch einigermaßen aktuell zu halten und poste alle 1-2 Wochen ein paar Sätze zur aktuellen Lage :-)

BEHIND THE LENS – Benjamin Hahn

Es ist wieder einmal Montag. Zeit euch einen weiteren Fotoenthusiasten vorzustellen. Dieses mal haben wir bei Benjamin Hahn nachgehakt, der unter seinem Pseudonym Drake Images die Bikewelt mit Fotos bereichert und für verschiedene Magazine shootet.

Ceed: Wer ist eigentlich Benjamin Hahn und was macht Drake Images?
B.H.: Benjamin Hahn ist ein seit 4 Jahren selbstständiger Fotograf im Alter von 25 Jahren. Drake Images ist der Name meiner Firma, die in verschiedenen Bereichen Fotos anbietet.

Ceed: Wieso nennst Du dich Drake Images?
B.H.: Das kommt von meiner Liebe zum Snowboarden. Meine erste vernünftige Bindung war eine Drake LTD und die war damals einfach top. Das hat mich dazu bewegt
im Internet den Namen Drake zu verwenden und irgendwie hat sich das bis heute gehalten. Und mal im Ernst, Benni’s Fotokiste hört sich nicht halb so gut an : )


Robin Schmitt meets Schneeflitchen

Ceed: Seit wann betätigst du den Auslöser und wie kamst du zur Fotografie?
B.H.: Die Fotografie beschäftigt mich jetzt seit ungefähr 10 Jahren. Angefangen hat alles mit einer Verletzung. Die hat mich vom Biken abgehalten und dazu gebracht die Kamera in die Hand zu nehmen, um meine Buddys zu fotografieren. Daraus wurde eine echte Leidenschaft.

Ceed: Deine Bilder sieht man hauptsächlich im Mountainbike Magazin und im Mag41. Was machst Du sonst noch so?
B.H.: Meine Arbeitsbereiche sehen ganz unterschiedlich aus. Ob für Agenturen, Firmen oder auch private Personen, es ist von allem was dabei. Das kann man am Besten auf meiner Homepage www.drakeimages.de rausfinden, die gerade neu gestaltet wird! Oder ihr schaut mal bei www.facebook.com/drakeimages vorbei.


City turns into nature – Mitten in Stuttgarts Talkessel

Ceed: Du hast ja auch ein eigenes Studio. Was fotografierst Du am liebsten?
B.H.: Schwere Frage, es gibt so viel Interessantes. Aber Sport ist schon meine Favorit.
Die Kombination aus Natur, Fahrer, Fotograf und Location sind einfach immer spannend und bieten Neues.
Ein Studio Shooting mit gleichbleibenden Verhältnissen, Kaffee und Musik ist aber auch nicht so übel…

Ceed: Nach deiner Ausbildung hast Du dich sofort selbstständig gemacht. Rückblickend eine gute Entscheidung oder eher ein andauerndes Abenteuer?
B.H.: Von einem andauernden Abenteuer wurde es zu einer guten Entscheidung : )
Nee, im Ernst, ich habe mir das ja alles gut und lange überlegt und schon während der Ausbildung abgeklärt wo und wie viel ich arbeiten könnte. So war es also gleich zu Beginn mit überschaubarem Risiko machbar, wenn auch teilweise hart. In der Zwischenzeit bin ich aber voll zu frieden, habe viele Kunden und Aufträge, bin mein eigener Chef und kann meine Zeit so einteilen wie ich es will.


Thomas “Professor” Schmitt macht ein auf Fotomodel

Ceed: Sitzt Du selbst im Sattel, bzw. was machst du so in deiner Freizeit?
B.H.: Im Winter versuche ich viel zu Snowboarden, da der Sport im Sommer durch den Beruf ein Bisschen zu kurz kommt.

Ceed: Wie kamst Du dazu speziell Bikemotive zu fotografieren?
B.H.: Aus der Nähe zum Sport, zur Szene durch Freunde und ich glaube zu großen Teilen auch aus Zufall. In manche Sachen wächst man so rein, ohne sich dafür entschieden zu haben…

Ceed: Natur oder Studio?
B.H.: Natur mit Studiolicht : )


Kopfschutz mal schön – Studiolicht sei Dank

Ceed: Dein Lieblingsbild bzw dein Lieblingsfotograf, sofern es sowas gibt?
B.H.: Lieblingsbild und Fotograf habe ich nicht, aber Lieblingsmotive. Die Snowboardfotografie. Die Jungs sind so was von kreativ und vor allem geben sie alles. Schlepp mal nen Generator plus Lampe und Fotorucksack in den Wald bei minus 11 Grad und warte dann noch 2 Stunden bis der Fahrer den Trick steht …


Back in the days – Maurice von Kahlden tailtapt die Stuttgarter Universität

Ceed: Was inspiriert dich beim Fotografieren, bzw wer?
B.H.: Andere Fotografien aus anderen Bereichen, Kunst, Sport, Freunde und Musik.

Ceed: Deine Ausrüstung?
B.H.: Canon EOS 5D Mark 2, Canon 70-200mm 2,8, Canon 15 mm 2,8 Fisheye, Sigma 24-70mm 2,8, Sigma 50 mm 2,8 Makro, Licht von Elinchrom und Computer von Apple.

Ceed: Deine Top-Location?
B.H.: Finale Ligure, Südfrankreich und die restlichen Alpen sind immer gut.
Japan würde ich gerne mal sehen…

Ceed: Gibt es irgendwelche Motive die Du dir in den Kopf gesetzt hast und noch unbedingt ausprobieren möchtest?
B.H.: Sicher, aber die seht ihr erst wenn sie fertig sind : )

Ceed: Wie entsteht ein gutes Bild?
B.H.: In dem der Fotograf sich ausreichend Gedanken im Vorfeld macht.
Tageszeit, Location, Fahrer, Team und was sonst noch so dazugehört, sollten gut geplant werden.
Jedoch noch wichtiger sind das Gefühl für Licht, Gestaltung und das Beherrschen der Technik.
Der Zufall kann auch gute Bilder machen, darauf sollte man sich aber nicht immer verlassen …

Ceed: Dein Tip für Einsteiger?
B.H.: Fotografiere so viel wie möglich und das manuell. Ausserdem können Fotobücher eine super Ergänzung sein! Und lasst euch die Bilder nie von Freunden oder Verwandten beurteilen. Die sind nie ganz ehrlich und nur selten vom Fach. Am Besten von einem Fotografen mit Erfahrung bewerten lassen.